Caritasverband für Bochum und Wattenscheid e. V., 02.03.2017

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Caritas und Diakonie verlassen Flüchtlingsunterkunft in Bochum-Laer

FlüwoLaer-Abschied-Team-300.jpg Abschied genommen haben jetzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Caritas und Diakonie von der Flüchtlingsunterkunft an der Alten Wittener Straße in Bochum-Laer. Nachdem das Camp im Februar 2016 eröffnet worden war, hatte die Stadt im letzten Herbst beschlossen, die Anlage mit acht Leichtbauhallen bis zum Frühjahr 2017 zu schließen.

Als Grund führt die Stadt die hohen Kosten an, die die Essensversorgung der zeitweise mehr als 400 Personen durch Caterer verursacht hat. Auch die Flüchtlinge hatten in der Vergangenheit vielfach den Wunsch geäußert, selbst kochen zu können. Schließlich haben sich die energetische Ausstattung und der hohe Lärmpegel in den Zelten als nicht ideal erwiesen. Die Mitarbeiter verlassen das Camp mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Sicherlich waren die Rahmenbedingungen gerade zu Beginn schwierig", erzählt Heimverwalter Andreas Tubek, "aber unser Team, in dem verschiedene Berufsgruppen und Nationalitäten Hand in Hand zusammen gearbeitet haben, hat es trotzdem geschafft, dass die Bewohner sich hier wohl und aufgenommen gefühlt haben." Manch einer ist in den vergangenen Wochen sogar als Besucher ins Lager zurückgekehrt, weil er die bekannten Gesichter vermisst hat oder weil Beratungsbedarf bestand.

Inzwischen sind die Leichtbauhallen leergeräumt, der letzte Flüchtling hat Anfang der Woche das Zeltlager verlassen. "Einige unserer Bewohner haben eine eigene Wohnung gefunden, der Großteil wurde auf andere Flüchtlingsunterkünfte im Stadtgebiet verteilt. Das Gleiche gilt für das Mitarbeiterteam, das in andere Einrichtungen wechselt. "Caritas und Diakonie betreuen mehrere Flüchtlingsunterkünfte – am Kuhlenkamp in Bochum-Weitmar, in der Girondelle im Steinkuhl, in Bochum-Stiepel an der Kemnader Straße und seit Neuestem auch am Harpener Hellweg", zählt Koordinatorin Susanne Middendorf die gemeinsamen Einrichtungen der Flüchtlingshilfe auf.

Vermissen werden alle Beteiligten die gute Nachbarschaft und die aktive Unterstützung durch das Ehrenamtsnetzwerk Laer und die örtlichen Kirchengemeinden. "Wir haben von Anfang an sehr gut mit den ehrenamtlichen Akteuren zusammengearbeitet", blickt Caritas-Mitarbeiterin Iris Gogolin auf die vergangenen 13 Monate zurück. "So konnten wir mit Hilfe aus dem Stadtteil für unsere Bewohner ein Spielhaus und ein Frauencafé in Betrieb nehmen. Auch die Sprachkurse und Begegnungsfeste oder die Kinder- und Frauengruppen wurden von Ehrenamtlichen organisiert."

Was mit den Leichtbauhallen auf dem ehemaligen Opel-Parkplatz geschieht, ist bislang noch nicht klar. Laut der Stabsstelle für Flüchtlinge der Stadt Bochum werden derzeit verschiedene Modelle geprüft.