Kindertageseinrichtungen - Caritas-Kindergarten Emilstraße - Kindergesundheitsprojekt "Klein ganz groß"  

Das Kindergesundheitsprojekt "Klein ganz groß"

Die Jungen und Mädchen der Caritas-Kita Emilstraße präsentieren ihren Eltern die Ergebnisse des Kindergesunheitsprojekts "Klein ganz groß"Für die Vorschulkinder der Caritas-Kindertageseinrichtung Emilstraße in Bochum-Wattenscheid war es eine tolle Erfahrung: Bei der "Bühne der Talente" durften die Jungen und Mädchen einen Nachmittag lang ihren Eltern das Thema "Gesundheit" aus ihrer Sicht näher bringen und ihnen zeigen, wie kindgerechte Ernährung und Entspannung funktionieren.

Im Vorfeld hatten die Kinder in Begleitung ihrer Leiterin Gabriela Kowalski und ihrer Erzieherin Denise Winde mehrere Monate lang verschiedene Gesundheitsthemen erarbeitet. Allen voran die Herstellung von Obstspießen in jeglicher Form. In einer sogenannten "Lernwerkstatt" durften die Kleinen den Ton angeben und, ihren eigenen Bedürfnissen folgend, verschiedenste Impulse nutzen, um sich mit ihrer Gesundheit auseinanderzusetzen. Die Ergebnisse präsentierten sie auf ihrer eigenen Bühne.

Selbstverständlich war auch ich vor Ort, um mir anzuschauen, welch tolle Ideen die Kinder auf die Beine gestellt haben. Als eine von zehn nordrhein-westfälischen Kindertageseinrichtungen nimmt die Kindertageseinrichtung an dem Kindergesundheitsprojekt „Klein ganz groß! Gesundheit macht stark.“ teil, das in Kooperation mit dem Deutschen Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. und der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West durchgeführt wird.

Bochumer Gesundheitsexperten stellen sich vor

Die Caritas-Kita Emilstraße in Bochum-Wattenscheid, die nur aus einer einzigen Gruppe besteht, versprühte an diesem Tag eine ganz besondere Herzlichkeit. Insbesondere als die Eltern der Vorschulkinder, die an "Groß und klein" teilnahmen, nach und nach eintrafen, machte sich Leben in der Einrichtung breit. Leider machte sich, wie so oft, auch bei dieser Veranstaltung der allseits beliebte Stau im Pott bemerkbar. So fehlte noch eine kleine Gesundheitsexpertin. Doch die anderen Kinder brachte das nicht aus der Ruhe. Immerhin hatten sie sich ja bereits im Vorfeld intensiv mit dem Thema "Entspannung" befasst.

Als die Show begann, betraten alle Kinder gemeinsam die Bühne. Bevor es losging, wurden sie jedoch zunächst über ihre Erfahrungen in der Lernwerkstatt befragt: „Was habt Ihr denn in der Lernwerkstatt alles erlebt?“ Schnell sprudelte es aus den kleinen Mündern hervor: „Wir waren beim Zahnarzt“. Genau. Der gehört ja auch zur Gesunderhaltung. „Wir haben Obstspieße gemacht und frischen Saft gepresst.“ Passend dazu hörten wir Kommentare wie „Ja, lecker!“. „Auf den Markt sind wir auch gegangen und haben da eingekauft.“ „Und was haben wir noch gemacht?“, fragte die Kita-Leiterin. Die Kinder überlegten. „Hä?“ Große Fragezeichen machten sich in den Gesichtern breit. „Ah ja, wir haben Wasserflaschen gehabt, die sollten wir bis zum Nachmittag leer trinken. Thema der Lernwerkstatt war nämlich u. a. das Thema „Wofür braucht der Körper Wasser?“ Immerhin besteht er bis zu 75 Prozent daraus.

Zur Versinnbildlichung bestand ihre Aufgabe darin, ein Ausmalmännchen mit so viel Farbe zu füllen, wie der Mensch Wasser benötigt. „Sooo viel. Das war ganz schön voll.“ „Ja, Wasser ist wichtig!“, erklärte die Leiterin. „Das transportiert die guten Vitamine durch den Körper!“ Ein anschließendes Lied zum Thema Gesundheit, das die Kinder mit Gitarrenbegleitung ihrer Erzieherin vortrugen, beschwingte die kleinen Künstler und das Publikum gleichermaßen. Ein Lied über Obst und Gemüse, über Vitamine und frisches Essen, das Kraft gibt und schön wie eine Königin und ein König macht. Anschließend wurden die kleinen Gesundheitsexperten nach und nach vorgestellt. Wie es sich gehört, natürlich mit Verbeugung. Danach begaben sich alle an ihre Stationen, an denen sie ihren Eltern ihr Wissen präsentieren wollten.

Saftstation und Joghurtbar

Da gab es die Saftstation, die allerhand frisches Obst und Gemüse bereithielt. Wer etwas trinken oder kosten wollte, wurde hier beraten, was gut schmeckt und gut tut. Gemeinsam als Team, unter Aufsicht ihrer Erzieherin, wurde gepresst, aber auch experimentiert, was das Zeug hielt. „Ob die Tomate wohl auch mit Ananas, Orange und Kiwi schmeckt?“ Scheint gut gewesen zu sein, zumindest hat sich niemand beschwert.

Weitere Experten bereiteten frischen Naturjoghurt mit Obst oder Gemüsespieße zu, die allerhand Variationen boten. Von der Cocktailtomate über die Gurke, die Paprika und das Radieschen bis hin zu Champignons, Mozzarella-Kügelchen und Kohlrabi war allerhand dabei. Wer wollte, konnte das Ganze noch mit einem selbst gemachten Dipp und etwas Brot verfeinern. Mhm, lecker! Da läuft mir schon wieder das Wasser im Mund zusammen.

Ganz gemütlich wurde es im Entspannungssalon. Abgedunkelt, in angenehmem und leicht illuminiertem Ambiente, wurden hier die großen von den kleinen Händen massiert. Etwas wohlriechendes Mandelöl auf die Handaußen- und innenflächen, wurden diese – mit Zucker paniert – von der Entspannungsexpertin massiert. Das kribbelte ganz schön. „Natürliches Peeling“ nennt man das wohl. Anschließend wurde alles wieder unterm Wasserhahn abgewaschen und zurück blieben „butterweiche“ Hände. Wie schöööön! Und zur Nachahmung empfohlen.

Doch ein Raum fehlte noch. Im Büro von Gabriela Kowalski wurde eine PowerPoint- Präsentation von einer kleinen Gesundheitsexpertin kommentiert. Hier wurden nochmals alle Lernwerkstättler mit ihren schönsten Projekterfahrungen vorgestellt. Die Präsentation dokumentierte den Verlauf von „Klein ganz groß“ in der Wattenscheider Einrichtung und spiegelte das große Engagement der kleinen Gesundheitsexperten, aber auch das ihrer Erzieherinnen wider.

Die Ergebnisse der Lernwerkstatt und der Bühne der Talente werden noch in einem Buch aufbereitet, das den Kindern und Eltern zur Verfügung gestellt wird. Eine tolle Idee – als weiterer Denkanstoß und als Erinnerung an eine wunderschöne Kindergartenzeit.

 

Birgit Knauer
Fachberaterin Kindergesundheit
Deutscher Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V.


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